Sonntag, 6. August 2006
Reisen bildet oder alles ist scheiße
Schön, dass man bloggen kann. Es bringt zwar nichts, aber man fühlt sich besser dabei. Wie das? Man sitzt zu Hause, hat nichts zu tun und keiner weiß es. Schreibt man es in ein Blog, hat man zwar noch immer nichts zu tun, aber vielleicht wissen es dann viele.

Ist ein Leser schon bis hierher gekommen, weiß er schon einiges. Er weiß, es gibt jemand der in Wien sitzt und keinen Tau hat, was er mit seinem Leben anfangen soll. In Österreich gibt es zwar (noch) kein Hartz IV, trotzdem ist es scheiße. Im Prinzip ist es genauso mies wie in Deutschland, nur alles um den Faktor 10 kleiner. Deswegen sprechen wir wahrscheinlich auch die gleiche Sprache.

Vor einem halben Jahr war ich auf den Philippinen. Dort sind die Menschen mit unserer Betrachtungsweise gelinde gesagt ziemlich mittellos. Also ist es dort auch scheiße! Nur sind die irgendwie immer happy. Warum sie das sind? Keine Ahnung! Du sitzt an einer Bar und wenn den Angestellten ein Lied im Radio gefällt, verharren sie in ihrer Arbeit und singen mit. Wenn es gar nicht anders geht, dann tanzen sie auch noch dazu. Mach das mal bei uns!

Du sitzt als Fremder daneben, beobachtest das Gesinge und fragst dich, in welchen Film du gerade sitzt. Man gewöhnt sich aber nach ein paar Tagen daran. Es wirkt dann noch immer wirr, nur wundert man sich nicht mehr darüber.

Aber sonst sind die Menschen dort sehr nett. Auch die Polizisten und Wachleute die mit Pump Guns vor den Banken und Hotels in Manila stehen. Diese habe ich mal gefragt, ob sie eine Schrotflinte für eine geeignete Waffe für eine belebte Stadt halten. Schließlich trifft man bei einem Schuss mit einer solchen weit mehr als man muss. Auf eine solche Frage antworten sie sehr freundlich, dass es nicht so wichtig sei, wie viele andere man noch trifft, Hauptsache man trifft auch das was man will und schauen dich ganz mitleidig an.

Wahrscheinlich dachten sie bei sich, mal wieder ein Ausländer, der rein gar nichts versteht. Da habe ich verstanden, es ist nicht immer leicht sich in eine neue Gesellschaft zu integrieren.

... comment